So schmeckt der Sommer

Mit dem Chaos der letzten Wochen – Grenzöffnungen, Grenzschließungen, Beherbergungsverbote, neue Lockdowns – ist für uns die Entscheidung endgültig gefallen: Urlaub findet dieses Jahr zu Hause statt. Ausflüge ja, wegfahren nein. Leicht ist uns dieser Entschluss nicht gefallen – aber einen kleinen Trost haben wir gefunden.

Schon seit Anfang Mai habe ich mich gefragt, was ich wohl mit den Unmengen an Minze und Zitronenmelisse in meinem Kräuterbeet anfangen könnte. Zwar gebe ich beides gerne in Salate oder auch Desserts, doch in den diesjährigen Mengen waren die paar Blättchen kaum der Rede wert. Und so habe ich nach langen Recherchen ein Rezept für einen tollen Melisse-Minz-Sirup gefunden, der mich selbst mitsamt den Mäusen völlig verzaubert hat:

  1. ist er im Handumdrehen fertig (ok, Ruhezeit nicht mit eingerechnet)
  2. schmeckt er unheimlich erfrischend, schon ein kleiner Spritzer im Wasser macht ordentlich was her
  3. zaubert der Kräutergeschmack jedes Mal wieder in sekundenschnelle Urlaubsgefühl in den Mund: die Mäuse denken an Almdudler, der Mann und ich an den Sundowner am Strand….
  4. ist er total vielseitig einsetzbar: als Aperitiv mit Prosecco oder Weißwein ebenso yummy wie als Topping auf Eis, Waffeln oder Joghurt

Und so war die eine Flasche, die ich für den Anfang produziert hatte, binnen kürzester Zeit leer. Positiver Nebeneffekt bei den aktuellen Temperaturen: die Mäuse trinken ausreichend. Denn häufig sind sie so in ihr Spiel vertieft, dass für so banale Dinge wie Flüssigkeitszufuhr schlicht und ergreifend keine Zeit bleibt. Nach stundenlangem Toben werden dann gerne mehrere Gläser Wasser nacheinander runter gestürzt und dann über den vollen Wasserbauch gejammert.

Mit Limo oder Apfelschorle kann ich normalerweise Erfolge erzielen, habe aber beides nur in Ausnahmefällen im Haus – ganz bewusst, denn ich halte Wasser für den besten und vor allem gesündesten Durstlöscher. Interessanterweise fragen auch meine Mäuse bei richtig großem Durst nach purem Wasser – die große Maus unterscheidet z. B. ganz klar zwischen “Saftdurst” und “Wasserdurst”. Womit sich einmal mehr zeigt, dass Kinder ein fantastisches Bauchgefühl für ihre körperlichen Bedürfnisse haben, wenn wir sie lassen.

Den Sirup jedenfalls finde ich selbst so unglaublich erfrischend, dass ich ihn auch den Mäusen gerne anbiete (und im Vergleich zur Limo ist die Zuckermenge je nach Mischungsverhältnis verschwindend gering).

Übrigens: wenn es mal ganz schnell gehen muss, schmeckt auch Wasser mit ein paar Stielen Minze und / oder Melisse sehr lecker. Auch Zitronen- oder Gurkenscheiben, ein Stück Ingwer oder ein paar Beeren geben einen leckeren Geschmack ans Wasser ab. Denn einen winzigen Nachteil hat der Sirup: wenn man nicht rechtzeitig nachproduziert, muss man ein paar Tage ohne ihn auskommen – einmal angesetzt, muss der Sirup 2-3 Tage ziehen, ehe er fertig ist. So wie bei uns gerade. Die Mäuse fragen quasi stündlich, wann es denn wieder die hausgemachte Limo gibt. Und ich freue mich schon auf den nächsten Sundowner auf der Terrasse. In ein paar Tagen. In diesem Sinne diesmal: Cheers!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.