Soulfood gegen den Corona-Blues

Ich muss es ja ehrlich zugeben: ganz so anstrengend hatte ich mir diese Corona-Geschichte anfangs nicht vorgestellt. Im Gegenteil, nachdem ich nach Verkündung der Schul- und Kitaschließung recht schnell eine gute Lösung mit meinem Arbeitgeber gefunden hatte, war ich erstmal entspannt und hatte recht niedliche Bilder im Kopf – wir fünf gegen den Rest der Welt, harmonische Spiel- und Filmabende mit den zwei großen Mäusen, viel gemeinsame Zeit, viel spazieren und radeln, dazwischen im Garten werkeln, lecker kochen… ein bisschen wie Urlaub daheim. In der nunmehr siebten Woche kann ich darüber nur milde lächeln. Sicher, wir hatten und haben echt schöne Momente. Unsere Kinder sind im Zuge der Kontaktsperre enorm zusammen gewachsen, das Gehetze zu Tanztraining, Musikschule und sonstigen Freizeitspäßen fällt weg, morgens muss keiner aus dem Haus, und deshalb macht es nichts, wenn es mal ein bisschen länger dauert.

Auf der anderen Seite sind da aber auch viele Momente, die ich gerne streichen würde: einer vom Heimunterricht demotivierten Erstklässlerin Deutsch erklären, während die quengelnde Minimaus an meinem Bein zerrt. Mit Mantrastimme aufbauende Worte verteilen (oder mit gar nicht Mantrastimme rummotzen), um die Kinder an ihren Schulsachen zu halten. Das zehnte Mal “Die Kuh Lieselotte” vorlesen, der Minimaus zum hundertsten Mal erklären, dass wir erst nachmittags rausgehen können, weil ich vormittags für die Schulfragen der großen Schwestern verfügbar sein muss. Das allabendliche Ausdrucken von Arbeitsblättern und Arbeitsaufträgen. Der Schlafmangel. Das Chaos überall, weil man bei fünf permanent anwesenden Familienmitgliedern einfach mit dem Aufräumen nicht hinterher kommt.

Ihr seht, diese Woche hat mich eindeutig der Corona-Blues erwischt. Und ich glaube, das geht vielen so. Die Zeit wird lang, ein Ende ist nicht in Sicht.

Umso wichtiger ist es mir, dass wir wenigstens am Esstisch gemeinsam eine schöne Zeit haben und dass auch das Essen zur guten Stimmung beiträgt. Diese Woche gab es daher bei uns seit langem mal wieder Risotto – aus meiner Sicht ein echtes Soulfood (was vielleicht daran liegt, dass es eine ebenso schöne Konsistenz hat wie Milchreis, aber würzig schmeckt; süße Hauptspeisen waren noch nie mein Ding). Wir haben glücklicherweise eine dieser modernen Küchenmaschinen, in die wir die Zutaten rein werfen, das Programm starten und am Ende ein leckeres Risotto haben. Das spart das lästige Umrühren, das einen normalerweise bei Risotto an den Herd fesselt. Wenn ihr so ein Teil nicht habt, bleibt euch das Rühren leider nicht erspart – es lohnt sich aber umso mehr, wenn ihr gleich die doppelte Menge Risotto zubereitet und am nächsten oder übernächsten Tag diesen leckeren Risotto-Auflauf zubereitet. Der geht wirklich megaschnell und ist nicht nur ein echter Zeitsparer, sondern macht auch auf dem Tisch ordentlich was her. Doppeltes Soulfood also in diesen Zeiten, in denen wir uns gar nicht genug Wohlfühl-Momente gönnen können. Lasst es euch schmecken!

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